ein Monat #Narzissmus Buch

05/14/2020

Der April ist nun rum und die erste Welle um mein Buch nun auch. Es ist noch Einiges in der Pipeline, aber nun ist es Zeit, innezuhalten. Das Buch schrieb ich aus zwei guten Gründen und die erste Post der Leser bestätigt mir, es ist gelungen in Worte zu fassen, was viele Opfer und Täter im Feld des Narzissmus nicht aussprechen können, nicht bewusst hatten, noch nicht wussten.

Viele die mir schrieben und schreiben sind aufgewacht und haben Klarheit bekommen, es hat klick gemacht, was ich alles toll finde. Das war der eine Grund das Buch zu schreiben. Die Selbsterkenntnis. Der zweite aber noch viel tiefergehende Grund war, die Konsequenz aus der Selbsterkenntnis. In Zeiten von Corona ist mir diese Durchschlagskraft noch klarer geworden. Mein Moment der Klarheit. Unser aller Moment der Klarheit. Wir leben in einer neuen, viralen Realität. Die zeigt uns dramatisch deutlich, was wichtig und was unwichtig ist. Narzissmus und seine vielen selbstbezogenen Spielweisen, haben sehr, sehr viel unwichtiges Gerümpel in unsere Welt gebracht. Es ist nun an uns, an jedem einzelnen, den Kram des Unwichtigen aus dem Leben und unserem Lebensraum zu verbannen. Ballast, Schreihälse und Plunder, alles austrocknen zu lassen, wie das Virus. Dank Covid19 brennt sich nun der Blick scharf. Mein Buch will ein Spiegel sein und zurückspiegeln, was wir bisher nur beim anderen, im Gegenüber, sahen. Im Grunde genommen nur uns selbst mit unseren Schwächen. Daraus ergibt sich nach dem Selbsterkennen die Frage: Was kann ich an eigenen egoistischen, wenig nachhaltigen, nie verantwortungsvoll zu Ende gedachten Verhaltensweisen abstellen? Einfach lassen. Die eigene kleine Verschmutzung der persönlichen Umwelt. Den Wahnsinn des sofortigen Habenwollens. Auf Kosten von anderen. Die Entscheidung zu treffen, ein Leben ohne zerstörerischen Narzissmus zu führen, ist jetzt viel denkbarer geworden. Das ist real. Das ist die zweite und tiefere Absicht meines Buches. Die eigentliche Motivation, das Buch zu schreiben. Das Spiel des Narzissten aufgeben, der immer und immer nur weiter macht, der antisozial ausnützend ist, der manipulativ und belügend ist. Das Spiel nie mehr zu unterstützen. Loslassen. Stehenlassen. Brauchen wir nicht mehr. Geht auch ohne. Die Luft wird klar. Die Vögel zwitschern. Die Natur erholt sich. Das Leben kommt spürbar zurück. Schneller als gedacht. Wir Menschen erholen uns. Pause. Lange Pause. Aufzugeben, das zu jagen, was uns andere vorgaukeln, das gejagt werden muss. Was scheinbar wichtig ist zu jagen. Gehetzt zu sein. Nie mehr.Natürlich werden die Bereiche der Wirtschaft zusammenkrachen, die damit verbunden sind. Die Teil des Wahnsinns sind. Auch in meinem Buch macht ein Autokonzern dicht, weil er überflüssig geworden ist. Weil es nicht darum geht, die Fassaden eines scheinbaren Erfolges zu jagen und aufrecht zu erhalten. Auf Teufel komm raus. Selbstverständlich hat Lufthansa nun Probleme. Der Wahnsinn der globalen Vernetzung, der immensen Kosten, fordert nun den vollen Tribut. Das Virus ist da, weil wir so vernetzt sind. Eine sich selbst aufrechterhaltende Bedingung. Ein Teufelskreis. Aus dem die Industrie nie von selbst ausgestiegen wäre. Denn auch die Marktwirtschaft unterliegt narzisstischen Motiven. Gier und Angst. Bewertungen. Groß, größer und am größten. Das ist die Sprache vom narzisstischen Wahnsinn. Der Narzisst stellt seine Opfer und die ganze Welt in sein Feld der Bewertung. Dort positioniert es jeden von uns. In wertvoll und wertlos. Wertet uns ab, oder eben auch auf. Was wir zu lieben beginnen. Aber das ist keine Liebe, das ist Gier. Anerkennung. Leistungsdruck. In seiner extremen Form zerstörerisch und selbstzerstörerisch. Für diese extreme Dimension des antisozialen Narzissmus gibt es keine andere Nomenklatur. Und sie ist für eine Mehrheit längst Normalität geworden. Es ist völlig normal gewesen, bisher, den Irrsinn mitzumachen. Dank Covid19 nicht mehr. Vollbremsung. Stopp. Auf die Fresse geflogen. Wir alle. Bis heute haben wir den Wahnsinn normalisiert. Das Überfordernde und Verrückte dieser Welt hat sich normalisiert. Bis gerade eben noch. Jetzt waren wir eine Weile auf Entzug. Jetzt bemerken wir erst, kommen zu Sinnen, zur Besinnung, was wirklich los war. Klar, da schreit immer noch ein verrückter Anführer die alten Parolen. Auch hier im Lande wird das wieder etwas lauter. Wir brauchen die Exitstrategie. Schmeißt alles wieder an, so wie vor der Krise. Nein. Ich habe mein Buch geschrieben, damit jedem Einzelnen klar wird, greifbar, wie irre es sich anfühlt aus dem Wahnsinn eines Narzissten auszusteigen. Wie befreiend es ist, wieder zu sich selbst zu kommen. Und ja, auch die guten Seiten des Narzissmus für sich selbst zu nutzen. Das zu viel an Energie. Die sehr hohe Handlungsorientierung. Die extreme Durchhaltekraft. Nur wofür? Vor welchen Karren spannen wir diese Motivationskraft?Jetzt und in den kommenden Wochen haben wir und jeder einzelne in unserer Gesellschaft die einmalige Chance der gesamten Menschheitsgeschichte unsere eigene Handlungsfähigkeit nur dafür einzusetzen, was wirklich von Bedeutung ist. Wir sind medial global vernetzt. Wir kommunizieren. Solidarität, ok. Füreinander. Richtig. Aber auch hierfür: Stoppt die selbstgerechten zerstörerischen narzisstischen Handlungen und Verhaltensweisen und die Narzissten selbst, die in eurem Umfeld wildern. Kauft nicht mit eurem Geld dort ein, wo Ungerechtigkeiten stattfinden. Beschleunigt nicht mit euren Entscheidungen, was vor der Krise schon ein Fehler war. Sondern entscheidet jetzt neu. Ganz von Anfang an, was ihr mit eurem Handeln gut findet. Und was nicht. Jeder von uns, jeder einzelne, kann jetzt einen neuen, persönlichen, empathischen Weg gehen, und sich von der Idee, die narzisstischen, überhöhten, verantwortungslosen und inkonsequenten Dinge zu tun, ablösen. Herauszuschälen. Nicht für mich. Ich sage nein. Nein sagen. Für eine bessere, kleinere Welt, in der ich so lebe, wie ich mir das am besten für mich vorstelle. Diese neue Haltung des Nein-Sagens kann sich nun etablieren. Ein gutes, liebevolles, überlegtes "Nein" für etwas sinnstiftendes, wertiges, das mir wichtig ist, weil es meine Selbsterkenntnis unterstützt und meine Bedürfnisse nach Nähe, nach Beruhigung und nach einem sinnenhaften Leben befriedigt. Die Idee, ein sinnhaftes Leben führen zu wollen, privat und im Job, wird sich dann viral ausbreiten und exponentiell wachsen. Wird hochansteckend sein. Und nicht zerstören.Jetzt sehen wir doch, was möglich ist. Wir haben jetzt die Zeit, über uns und die Welt mal wirklich nachzudenken. Lasst euch nicht jagen und hetzen. Von denen, die Angst machen. Es ist nur ein Trick, um die Gier zu erwecken. Bewusst werden, dass wir bis gerade eben in einer Normalität waren, die eigentlich weit weg war, von einem anderen Normalen. Dieses jetzige Normale ist ebenso richtig. Ebenso möglich. Das Normale davor, das ist nun hinter uns. Wird nie mehr sein. Nie mehr. Es ist jetzt die Zeit den neuen Weg zu gehen. Das ist der zweite Grund, warum ich das Buch schrieb. Und niemand kann mir beantworten, warum Covid19 um die Ecke kam, um diesen Effekt zu verstärken. Ich weiß, eine Koinzidenz, ein Zufall. Aber wäre es nicht auch schön, zumindest eine kleine relevante Korrelation daraus zu machen, eine Gleichzeitigkeit die eine Wechselwirkung miteinander hat. Kausalität ist es nicht. Corona und Narzissmus haben keine direkte Ursache-Wirkung. Hängen nicht ursächlich zusammen. Das eine - Corona - ist nicht die Folge des anderen - Narzissmus. Sicher nicht. Hundertprozent. Wir könnten aber dennoch eine Kausalität daraus machen, jede*r einzelne, und lernen.#Corona#Narzissmus